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Smartphone Blloc Zero18

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Innovationen auf dem Smartphone-Markt sind heutzutage selten. Es gibt nur inkrementelle Verbesserungen, mehr Speicher, eine grössere Kameraauflösung, natürlich ein schnellerer Prozessor (aber kaum eine längere Akkulaufzeit). Gutes Beispiel: das geplante Apple update iOS 14. Es gleicht die iPhones den Android-Phones an. Auf meinem billigen Android Wiko View 3 sieht mein Homescreen schon jetzt so aus, wie die iPhones mit iOS 14 (und braucht nur alle zwei Tage aufgeladen zu werden).
Eine Ausnahme: das Startup Blloc in Berlin wagt einen radikalen Schritt. Eine andere Art ein Smartphone zu bedienen mit der Grundintention der Reduktion. Ihre App (Launcher) für Android mit dem Namen Ratio ist noch in der Betaphase und nur auf Anfrage für bestimmte Android Modelle verfügbar (siehe Website).
Die erste Überraschung: schwarz-weiss! Bis auf eine gelbgrüne Farbe für wichtige Informationen wird alles schwarz-weiss wiedergeben, jede App, jede Website, alles. Wie erholsam! Mit einem Klick lässt es sich wieder auf Farbe umstellen und zurück. (So weit ich weiss, gibt es keine einfache Möglichkeit iPhones auf schwarz-weiss umzustellen. Bei Android ab Version 9 schaltet der Nachtmodus das Telefon auf schwarz-weiss.) Die gleiche Idee der Reduktion herrscht bei den neu designed Icons für die Apps vor. Wunderschön einfach gezeichnet und schwarz-weiss. 
Möglichst wenige Apps zu öffnen ist eine weiter Idee der Reduktion unserer Interaktion mit dem Smartphone. Auf dem ersten der drei Homescreens, genannt Cards, sollen sich alle wichtigen Dinge anzeigen lassen, den Widgets vergleichbar. Auch hier wieder ein wunderschönes Design z. B. der Wetteranzeige.
Der dritte Homescreen, der zweite ist den Apps vorbehalten, nennt sich Conversations. Hier werden die sozialen Kontakte nicht nach Apps, in denen sie stattfinden, sondern nach Personen geordnet. Auf einen Blick sieht man seine Konversation mit Gabriele Mustermann aus allen Kanälen zusammengefasst, ohne die diversen Apps zu öffnen.
Blloc liefert ein Telefon mit Ratio vorinstalliert, das Zero18. Ein sehr bescheidenes Android-Phone für CHF 140. Aber mit einer weiteren überraschenden Reduktion: es wird ohne Google-Apps geliefert, aber mit Alternativen zu den gängigen Google-Apps und AppPlay. Wer das nicht erträgt, kann das System mit den Google-Apps updaten. Auch in der Entwicklung ist Blloc Desk für das Synchronisieren mit Apple- oder Windows PCs. Ebenfalls schwarz-weiss und wunderschön gestaltet.
Nach zwei Wochen Nutzung des Zero18 habe ich es zurück geschickt. Leider, denn es ist ein faszinierendes Konzept. Die schlechte Kameraqualität war eine der Gründe, aber besonders weil Ratio eine Betaversion ist mit noch vielen Baustellen. Ich hoffe, das Start-Up hält durch, eine ausgereifte Version würde ich mir zulegen.
Sorry, für die schlechte Qualität der Screenshots. Besser Fotos auf der Website Blloc. Auf youtube sind schon diverse Videotests und Anleitungen zu finden.
5. 7. 2020

«Will anyone seriously quarantine themselves for two weeks based on an app notification?»

If you are not already fed up with the ongoing discussion about national corona apps, here an interesting article about how Google and Apple set the conditions for these apps. And thereby making them useless for health authorities, since they do not get any specific information if somebody presses the „I am infected“ button.
Quote: Why are Google and Apple dictating how European democracies fight coronavirus?, Ieva Lives, The Guardian, 23. 6. 2020

Corono-App à la BRD

Maximaler Datenschutz, minimaler Nutzen, so wurde die App in einem Kommentar der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschrieben und in einem weiteren als Äppchen der Lächerlichkeit preisgegeben. Auch nicht sehr hilfreich, aber es ist mal wieder ein deutsches Trauerspiel: die Bedenkenträger haben gesiegt, auch wenn es vielleicht ein paar Leben kostet. Die Definition von Populismus (von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen, duden.de) trifft hier zu, auch wenn die Akteure, wie z. B. die Grünen glauben, sie stehen auf der richtigen Seite der Geschichte. Abgesehen von der Tatsache, dass ein mobiles Telefon per GSM immer getrackt wird, ansonsten würde es gar nicht funktionieren.
20. 6. 2020

«drei Studierende starben bei dem Unfall»

Und seit langem schon: Studierende. Das ist zwar logisch unsinnig, weil das Partizip Präsens etwas bezeichnet, was der Bezeichnete gerade tut: Studierende studieren, ein Satz wie «drei Studierende starben bei dem Unfall» ist deshalb absurd, ausser, es erwischte sie mit dem Lehrbuch in der Hand.
Zitat: Sprachglosse – Rassistende überall, Martin Ebel, Tagesanzeiger, 15. 6. 2020
Eine amüsante Glosse über die allgemeine, gendermässige Sprachverwirrung. Martin Ebel hat lange «Die kleine Sprachsprechstunde» im Tagesanzeiger veröffentlicht. Eine erstaunliche Leistung einer Zeitung, die auch nicht durch sorgfältiges Schreiben auffällt.
Für die gendergerechte Sprache scheint es keine Lösungen zu geben, denn schon im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) der BRD von 2006, das sich ja auch diesem Sprachproblem annehmen müsste, ist die Rede von
Arbeitgeber, Auftraggeber, Zwischenmeister, Vorgesetzter, Benachteiligter, Kriegsdienstverweigerer,
aber auch (Zufall?)
Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter, Bundesministerin oder der Bundesminister, Expertinnen und Experten.

Und das zuständige Ministerium heisst übrigens:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
15. 6. 2020

Zürcher Kunsthaus reicht Strafanzeige gegen Harald Naegeli ein

Die Architektur des neuen Gebäudes deutet schon an, wie sich das Kunsthaus versteht: Als Mausoleum für Kunst (Mausoleum – monumentales Grabmal in Form eines Bauwerks, duden.de). Nach Art. 262 StGB der Schweiz ist Grabschändung strafbar. Von daher handelt das Kunsthaus konsequent.
www.tagesanzeiger.ch
10. 6. 2020


Teodor Currentzis, Beethoven 5. Sinfonie, Sony – noch einmal

„So pocht das Schicksal an die Pforte!“ soll, laut Anton Schindler, Beethoven das berühmte Thema seiner 5. Sinfonie charakterisiert haben. Diese fatale Idee des Beethoven-Biographen hat die Interpretation für viel zu lange Zeit geleitet und zu der unglücklichen Bezeichnung «Schicksalssinfonie» geführt. Es wurde Zeit, damit aufzuräumen:
Teodor Currentzis lässt nicht zu, dass das Schicksal an die Pforte pocht. Es tritt einfach ein und nimmt uns mit. Ohne Lärm, aber mit unwiderstehlichem Sog.
Zitat: Beethovens fünfte Sinfonie – Mit Zwei Gesichtern, Deutschland Funk, Die neue Platte
7. 6. 2020

Brief aus Istanbul – Erdogan lenk mit dem Seiltänzer-Trick ab

Eine Leseempfehlung, alle paar Wochen auf FAZ online. Illustriert gut, was diese neuen Diktatoren, die sich ja vermehren wie die Ratten, im Grossen wie im Kleinen anrichten.
www.faz.net
5. 6. 2020

«And reality has a well-known liberal bias …» 

A quote from Stephen Colbert’s famous 2006 White House Correspondents’ Dinner speech. youtube
What an explanation, why politicians on the right are lying all the time! They have no choice.

And
Paul Krugman, Covid-19 Reality Has a Liberal Bias, Opinion Piece, New York Times, May 14, 2020
www.nytimes.com
31. Mai 2020

Dinu Lipatti, The Complete Columbia recordings 1947 ­­– 48 

In Lipatti’s playing we hear a musician not only serving the score and the composer but music itself, which infuses his playing with a sublime quality that continues to fascinate listeners of all generations. In his recordings, we can hear, in the words of Herbert von Karajan, ‘no longer the sound of the piano, but music in its purest form’.
Quote:: Mark Ainley, CD-Booklet, www.aprrecordings.co.uk

Yes, I agree, there is no ego playing.
31. 5. 2020

50 years ago, this album was published. A live recording in New York’s Philharmonic Hall on the 26th of October 1969. Now, this record was reissued on vinyl. On this occasion, there is an interesting article about it on www.hifinews.com, especially giving some insights into the emergence of the song To Be Young, Gifted And Black. Simone introduces the song on the album saying: ‘It is not addressed to white people primarily. Though it doesn’t put you down in any way… it simply ignores you. For my people need all the inspiration and love that they can get.’
24. 5. 2020

No Comment

Graue Hervorhebung von mir
Quelle: de.statista.com
24. 5. 2020

Künstlerische Forschung

Die Versuche mancher philosophischen Projekte, sich – durch szientoide Publikationsformate, mehr oder weniger ausgearbeitete Formalisierungen von Argumenten oder gar experimentelle ›Methoden‹ – den Anstrich naturwissenschaftlicher Forschung zu geben, scheitern in dem Maße, in dem sie niemand außer denjenigen zur Kenntnis nimmt, die von diesen Forschungsprojekten profitieren.
Aus: Markus Gabriel, Fiktionen, Suhrkamp Verlag, 2020
19. 5. 2020

Audiophile Education

If you are interested to learn about music reproduction, that is the place to look: www.psaudio.com. Paul McGowan, founder of PS Audio, is putting out a video every day since a few years and explaining questions coming to him from his viewers. Of course, he is very knowledgeable in hi fi, but also very kind and honest. And it is fun to listen to him. I do it every day.
16. 5. 2020

Es lebe die Astrologie

Der Autor der folgenden Zitate ist Professor für Philosophiegeschichte an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris und hat eine “neue” Philosophie der Pflanzen geschrieben. Viel beachtet und mit positiven Rezensionen bedacht. Sie passt perfekt in diese Zeit: die Antiwissenschaftsbewegung ist nun philosophisch nobilitiert. Philosophische Fake News.
Wer mir vorwirft, ich hätte die Zitate aus dem Zusammenhang gerissen, hat natürlich Recht. Meine Sammlung an Zitaten nach dem Lesen dieses Buches war zu lang, um sie hier zu veröffentlichen.

—- Nie werden wir eine Pflanze verstehen können, solange wir nicht verstanden haben, was die Welt ist.
—-Das Klima ist nicht einfach die Gesamtheit der Gase, die die Erdkugel umgeben. Es ist das Wesen des kosmischen Fließens, das grundlegendste Gesicht unserer Welt…. Wenn die Welt eins ist, dann nicht etwa, weil es nur eine Substanz oder eine universelle Morphologie gäbe. Klimatisch bildet alles, was ist und war, eine Welt. Klima ist kosmische Einheit.
—-Der Atem ist nicht nur Luft in Bewegung: Er ist Lichtblitz, Enthüllung, ein Mittel der Offenbarung.
—-Die unendlichen Formen des Atems verleihen den unzähligen Wesen, die den Kosmos bevölkern, den unterschiedlichsten, den unvergleichlichsten Dingen, den entferntesten Momenten und Räumen, den unvereinbarsten Wirklichkeiten ihre Einheit.
—-Zu sagen, dass alles in allem ist, dass also das Eintauchen die ewige Form und der Möglichkeitszustand der Welt ist, bedeutet zunächst einmal zu erklären, dass jedes physische Ereignis sich als Eintauchen und vom Eintauchen aus ereignet. So ist das Licht, in dem ich die Seite sehen kann, die ich schreibe, das Meer, in dem ich bade. Es ist wiederum im Schalter, im Kabel, das ihn mit der Lampe verbindet, und – embryonenhaft – auch in meiner Hand, der ihn betätigt. Und die Hand, die den Schalter betätigt hat, ist im Licht enthalten, das sie nunmehr beleuchtet.
—-Wissenschaft und Philosophie haben sich vorgenommen, das Wesen der Dinge und des Lebendigen einzuordnen und zu definieren, ihre Formen und ihre Aktivität, doch sie bleiben weiterhin blind für ihre Weltlichkeit, also für ihre Natur, die in ihrer Fähigkeit besteht, in alles andere einzutreten und davon durchquert zu werden.
—-Die Physik – die Wissenschaft von der Natur – müsste demnach völlig neu geschrieben werden.
—-Alles, was passiert, ist ein himmlisches Ereignis, alles, was geschieht, ist ein göttliches Faktum. Gott ist nicht mehr anderswo, er fällt zusammen mit der Wirklichkeit der Formen und Zufälle.
—-Die astrale Natur der Erde anzuerkennen bedeutet, die Astrologie – die Wissenschaft von den Gestirnen – nicht zu einer lokalen Wissenschaft zu machen, sondern zur globalen, universellen Wissenschaft, um sie desto besser umkehren zu können: Es geht nicht mehr darum, welchen Einfluss die Gestirne auf uns haben – ihre Herrschaft –, sondern darum, den Himmel als Raum des Fließens und der Einflüsse zu verstehen. Nicht nur sind Biologie, Geologie, Theologie lediglich Teilfächer der Astrologie, …

Aus: Coccia, Emanuele. Die Wurzeln der Welt: Eine Philosophie der Pflanzen. Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, Kindle-Version
16. 5. 2020

House of God by Samuel Shem

A guy named Fat Man taught the new intern at the hospital House of God the difference between textbook and real medicine. Here are his rules of The House of God:
LAW NUMBER ONE: GOMERS DON’T DIE
LAW NUMBER TWO: GOMERS GO TO GROUND

LAW NUMBER THREE: AT A CARDIAC ARREST, THE FIRST PROCEDURE IS TO TAKE YOUR OWN PULSE
LAW NUMBER FOUR: THE PATIENT IS THE ONE WITH THE DISEASE
LAW NUMBER FIVE: PLACEMENT COMES FIRST
LAW NUMBER SIX: THERE IS NO BODY CAVITY THAT CANNOT BE REACHED WITH A NUMBER-FOURTEEN NEEDLE AND A GOOD STRONG ARM
LAW NUMBER SEVEN: AGE + BUN = LASIX DOSE
LAW NUMBER EIGHT: THEY CAN ALWAYS HURT YOU MORE


A hint: Gomer (Get Out of My Emergency) is the name for a certain type of patient, who is usually old, multimorbid and has an undreamt-of resistance to therapy and death.
Perfect book to read at these times.
11. 5. 2020

Human Territoriality

Human Territoriality by Roger Eberhard, an alumnus of the Master Fine Arts, Zurich University of the Arts, is his last project. It is still shown at Mai 36 Gallery in Zurich until the end of May. I have not seen it yet, but there is a good review in the Washington Post.
10. 5. 2020

Musik Player

ITunes, die bekannteste Software zum Abspielen digitaler Musik, sei es von einer Harddisk, RAM oder gestreamt, hat dabei prinzipiell zwei Aufgaben: die Verwaltung der Musikbibliothek möglich zu machen und das ausgesuchte Stück abzuspielen (Player). Neben iTunes gibt es eine ganze Reihe weiterer Programme, die mehr oder weniger praktisch oder unpraktisch sind. Roon hat anerkannt die beste Nutzeroberfläche, mit Informationen zu den Künstlern, zur CD oder der Aufnahme. Sehr empfehlenswert, aber sehr teuer.
Diese Programme unterscheiden sich aber nicht nur in der Benutzeroberfläche, sondern auch in der Klangqualität. Also Musik mit iTunes abgespielt klingt anders als mit roon oder Audirvana. Wieso, wenn sie doch nur die bits (Nullen und Einsen) weiter senden müssen zum Digital-Analogwandler (DAC)?

Es sind mehrere Faktoren, die einen Einfluss haben. Hier die wichtigsten:
– Werden die bits genau gesendet oder schleichen sich Fehler ein?
– Wird die Soundverarbeitung im Computer umgangen (sie verschlimmbessert immer)?
– Werden die bits zeitgenau geschickt? Minimale Zeitverschiebungen, genannt Jitter, sind deutlich hörbar.
– Optimiert der Player das Betriebssystem? Computer sind elektronische Dreckschleudern. Um so aktiver, um so mehr. Daher werden die Aktivitäten des PC so weit wie möglich heruntergefahren. (Zu dem Zweck gibt es auch spezielle Betriebssysteme, meist auf Linux Basis, die zu nichts anderem brauchbar sind als Musik abzuspielen, wie Euphony). 
Hört man diese Unterschiede wirklich? Ja, aber nur wenn das Musiksystem gut genug ist, also auflösend genug, um diese Unterschiede zu reproduzieren. Es braucht dazu allerdings keine Anlage im Bereich von zehntausenden Franken. Sorgfältig ausgewählte Komponenten und eine noch sorgfältigere Aufstellung der Lausprecher machen auch bei der Investition von nur CHF 5 000 diese Unterschiede hörbar.
Eine hochauflösend Stereoanlage ist kein Selbstzweck (kann es auch sein, Begeisterung für die Technik, da bin ich auch nicht frei davon), sondern sie macht hörbar, was wirklich aufgenommen wurde (und die meisten Menschen nie hören).
7. 5. 2020

Einstellungen eines Digitalen Musik Players

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Michael Schmid Retrospektive

Neue Ausstellungsdaten
Michael Schmidt – Retrospektive. Fotografien 1965 – 1974 wird vom 23. August 2020 bis zum 17. Januar 2021 in der Nationalgalerie – Hamburger Bahnhof – Berlin gezeigt. Im Anschluss wird die Retrospektive im Jeu de Paume, Paris, 18.5.2021 – 29.8.2021; Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid, 28.9.2021 – 28.2.2022; und Albertina, Vienna, 24.3.2022 – 12.6.2022, zu sehen sein.Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Ute Eskildsen, Janos Frecot, Peter Galassi, Heinz Liesbrock und Thomas Weski bei Koenig Books. 

New exhibition dates
Michael Schmidt – Retrospective. Photographs 1965-2014 will be on view from August 23, 2020, through January 17, 2021, at Nationalgalerie – Hamburger Bahnhof – Berlin. The retrospective will also be on view at Jeu de Paume, Paris, May 18, 2021 – August 29, 2021; Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid, September 28, 2021 – February 28, 2022; and Albertina, Vienna, March 24, 2022 – June 12, 2022. The exhibition will be accompanied by a catalogue with essays by Ute Eskildsen, Janos Frecot, Peter Galassi, Heinz Liesbrock and Thomas Weski published by Koenig Books
5. 5. 2020

Cash Jobs

In Ergänzung zum kurzen Post über die Halskette von Hirschhorn: Er ist in bester Gesellschaft.

“25 Scottish songs opus 108 (1809)
An Edinburgh clerk George Thomson, a friend of the national poet Robert Burns, had the smart idea of bringing together the best Scottish poets and the greatest living composer, Ludwig van Beethoven. Always open to offers of quick cash for his mounting expenses, Beethoven accepted a commission to arrange music for 126 songs, Scottish ones first, then Irish and Welsh.
Thomson had previously been in touch with Joseph Haydn, paying him one guinea a song on the composer’s assurance, via the British Ambassador in Vienna, that ‘I understand and love the English language’. Beethoven had no such pretensions. This was strictly a cash job.
Beethoven set about the project methodically. He asked to be supplied with traditional Caledonian airs and provided arrangements for either piano or strings. In all he dashed off 127 songs, plus three bonuses, two English and one Italian. The Scottish songs were published together; the remaining 100 are scattered around Beethoven’s papers, lacking a defined opus number. They have attracted very little scholarly attention and hardly any recordings before 1970.”


Die Aufnahme mit Christian Gerhaher habe ich häufiger gern gehört und mich gefragt, wie kommt Beethoven dazu, solche Lieder zu komponieren. Nun weiss ich es: der Mammon.

Ausschnitte: app.idagio.com
Zitat: Beethoven’s Sweetest Lad was Jamie, Norman Lebrecht
veröffentlicht auf seiner hervorragenden Website zur klassischen Musik und zum Musikbetrieb: slippedisc.com
4. 5. 2020

Selbstmord

Heutzutage ist häufig von künstlicher Intelligenz die Rede. Damit meint man: Die Maschine rechnet. Aber Rechnen ist nicht Denken. Denken ist ein Verbrechen. Und wichtiger noch setzt Denken die Möglichkeit voraus, zu lügen, eine Strategie zu verfolgen, zu intrigieren. Erst wenn wir den Verdacht haben, dass eine Person lügt, nehmen wir an, dass sie denkt und nicht bloß redet. Aus diesem Grund nehmen wir auch an, dass Tiere nicht denken, denn wir sind überzeugt, dass sie nicht lügen können. Der Rechenprozess eines Computers hingegen ist ein völlig transparenter Vorgang, der nichts verbirgt – außer vielleicht die geheimen Absichten des Programmierers. In dieser Hinsicht stellt Stanley Kubricks Film 2001 die Sache ganz richtig dar: Der Supercomputer HAL beginnt in dem Moment zu denken, als er anfängt, seine physische Existenz zu verteidigen, wenn er nämlich zur Selbsterhaltung Verbrechen begeht, weil er fürchtet, ausgeschaltet zu werden und damit zu sterben.

KI wäre erst dann künstliche Intelligenz, wenn die Maschine, neben der oben erwähnten Verteidigung der physischen Existenz, auch zum Gegenteil in der Lage wäre: Selbstmord zu begehen. Solange sie das nicht können, sondern nur Programme abspulen/rechnen ist der Begriff Intelligenz unangebracht.

Zitat: Boris Groys, Die totale Souveränität, Künstler als Doppelagenten der Revolte, Peter Felixberger (Hg.). Kursbuch 200
3. 5. 2020


Der Herd will gestreichelt werden

Für die Einstellung der modernen Herdplatten braucht es einen sehr sensiblen Finger und vor allen Dingen, die richtige innere Einstellung. Nervosität, Unruhe oder gar Aggressionen mag er gar nicht. (Das ist wahrscheinlich nicht nur bei Schweizer Modellen so.) Darauf reagiert er nicht oder lässt eine Fehlermeldung blinken. Der Touchscreen zwingt uns seine Lebenseinstellung auf. Kein aggressives Hin-und-Herdrehen am Drehkopf mehr sondern eine gepflegte Berührung.
29. 4. 2020
ZUG Combair S

Wie wäre es mit einem politisch korrektem Schmuckstück von Hirschhorn

www.gemsandladders.com

Mein Favorit: Coral Larma von Tobias Madison
27. 4. 2020, update 10. 5. 2020

Donatella Bernardi

Donatella Bernardi, meine Nachfolgerin als Leiterin des Master Fine Arts der ZHdK, hat nach drei Jahren die Position aufgegeben. Sie bleibt dabei ihrem erratischem Führungsstil treu: Mitten im Semester.

Es geht die Information herum, dass Donatella Bernardi nicht gekündigt hat, sondern ihr gekündigt wurde.
Was auch immer stimmt, it’s a mad house.
24. 4. 2020, update 10. 5. 2020

Organisationen organisieren

Auch daran haben sich Organisationsmitglieder gewöhnt: Obwohl man weiß, dass „dahinter” andere Gründe wirken oder andere Intentionen sich durchgesetzt haben, hält man sich an die Regelhaftigkeit der formalen Organisation, die sich selbst organisiert und eine Welt vorgaukelt, die es letztlich nur aus der Perspektive der (formalen) Organisation selbst gibt. Vielleicht ist darin der Grund zu suchen, warum Organisationen letztlich immer unzufrieden mit sich selbst sind, oder besser: warum in den Selbst-beschreibungen von Organisationen und ihren Mitgliedern immer ein gerüttelt Maß Unzufriedenheit vorkommt. Kaum wird man je eine Organisation finden, in der die Mitglieder davon ausgehen, dass die Dinge tatsächlich richtig funktionieren. Sicher liegt das daran, dass sich das, was (formale) Organisationen tun, letztlich nicht formal organisieren lässt. Deshalb kommt es stets zu Reformbedarf, der nicht in erster Linie an den Inhalten, an den Gegenständen, am Zweck oder an den Aufgaben selbst ansetzt, sondern an der Organisation der Organisation. (aus “Soziologie: Zehn einführende Vorlesungen” von Armin Nassehi)

Hochschulen reorganisieren sich permanent selber in der Hoffnung, die Qualität der Lehre oder Forschung zu verbessern. So lautet zumindest immer die offizielle Begründung. Nur hat eine andere Organisation der Lehre kaum einen Einfluss auf deren Qualität. Ein Dozierender wird kein besserer, ist mehr motiviert oder früh morgens besser ausgeschlafen, wenn die Lehre anders organisiert ist. Im Gegenteil: mehr Arbeitsgruppen, mehr Papiere (auch für den Papierkorb), mehr Verunsicherung führen nicht zu mehr Motivation sondern zu weniger.
Was ist dann der inoffizielle Grund für den Reorganisationswahn? Eine Organisation kann nur organisieren! Und um zu demonstrieren, dass man aktiv und am Puls der Zeit ist, wird halt locker weiter reorganisiert (oder reformiert, klingt anspruchsvoller), Flurschaden inbegriffen.
24. 4. 2020

In harten Zeiten ist guter Kaffee um so wichtiger

In Männedorf gibt es eine kleine Kaffeerösterei: cortocaffe. Phänomenale Sorten mit überraschenden Geschmacksnoten. Unbedingt probieren.

Zensur in Japan

Wusstet ihr, dass in Japan die Kunst zensiert wird? Sehr diskret natürlich. Trotz meiner Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Tokio, Tōkyō Geijutsu Daigaku, ist es mir neu. Darüber wurde nie gesprochen.
https://www.faz.net
18. 4. 2020

Wuhan Labs

In der Washington Post wurde am 14. April 2020 ein längerer Artikel über die chinesischen Virologie Institute in Wuhan veröffentlicht. Vertreter der USA-Botschaft in China hatten 2018 diese Labors besucht:
Während der Gespräche mit den Wissenschaftlern des WIV-Labors stellten sie fest, dass das neue Labor einen ernsthaften Mangel an entsprechend ausgebildeten Technikern und Forschern hat, die für den sicheren Betrieb dieses Labors mit hohem Sicherheitsstandard benötigt werden”, heißt es in dem Telegramm vom 19. Januar 2018, das von zwei Beamten aus den Abteilungen Umwelt, Wissenschaft und Gesundheit der Botschaft verfasst wurde, die sich mit den WIV-Wissenschaftlern trafen.
Weiter unten im Artikel:
Das Telegramm war ein Warnschuss”, sagte ein US-Beamter. “Sie flehten die Leute an, darauf zu achten, was vor sich ging.” Die US-Regierung hat den Labors als Reaktion auf diese Telegramm keine zusätzliche Unterstützung gewährt.

Es geht in dem Artikel nicht um Schulzuweisungen. Die Abläufe sind nur ein Indiz dafür, dass mehr internationale Zusammenarbeit nötig ist, nicht weniger. Etwas provokanter formuliert: mehr Globalisierung, nicht weniger!
www.washingtonpost.com

Lesen!

Was man sät, Marieke Lucas Rijneveld
Review: www.nytimes.com
Lesung: www.youtube.com
14. 4. 2020, updated 24. 4. 2020

Stand der Dinge II

Die Liste, komplett, alle Geräte und Ergänzungen:
DAC, Verstärker, Kopfhörerverstärker:
Devialet Expert Pro Core 140; www.devialet.com
Server:
Euphony Buggy; euphony-audio.com
Dual PC-Set up
Netzteil: Keces DC-116; www.kecesaudio.com
USB Regenerator:
UpTone Audio ISO Regen; uptoneaudio.com
Netzteil: UpTone Audio UltraCap LPS-1
Lautsprecher:
Magnepan LSR; www.magnepan.com
2x Subwoofer rel T5; www.dynavox.ch
Kabel:
Netz: Mad Scientist Audio; www.madscientist-audio.com
Lautsprecher: Transparent Ultra (älteres Modell); www.transparentcable.com
USB: jcat (älteres Modell); jcat.eu
Software:
Euphony Stylus Operating System; euphony-audio.com
roon Player; roonlabs.com
HQ Player embedded
Room treatment:
DSP/Crosstalk Reduction; www.homeaudiofidelity.com
Acoustic Revive Ultra Low-frequency Pulse Generator RR-888;
www.acoustic-revive.com
Acoustic System Resonators; www.asi-resonators.com
4x Hofa Diffusoren; hofa-akustik.de
Power Treatment:
2x AudioPrism Quiete Line; www.audioprism.com
1x PS Audio noise harvester; www.psaudio.com
Kopfhörer:
Audeze LCX; www.audeze.com
Rack:
Quadraspire SVT Bamboo mit Bronze Upgrade; quadraspire.co
Gerätefüsse:
Stillpoints mini

12. 4. 2020, Update 5. 5. 2020

Stand der Dinge

April 2020
April 2018

Deutsche Behörden sind entsetzt

weil das Schiff Alan Kurdi 150 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet hat. Wissen diese Menschen aus Afrika nicht, dass wir mit dem Coronavirus beschäftigt sind und sie in ihrer Heimat als Testobjekte für die neu zu entwickelnden Coronaimpfungen brauchen? www.spiegel.de

Erschreckend, wie schnell der Virus nicht nur die Lungen sondern auch die Hirne angreift.
10. 4. 2020

Wasser auf die Mühlen

A German proverb. You get the meaning when you read this quote from Paul Krugman’s opinion piece, New York Times, April 7, 2020:

Many people, predictably, have reacted to the Covid-19 pandemic by insisting that it makes the case for whatever policies they were advocating before. Conservatives who believe in the magical power of tax cuts insist that we should respond to a pandemic by, you guessed it, cutting taxes. Anti-immigrant groups insist that it shows that we must stop immigration. Bernie Sanders supporters insist that for some reason it means that Democrats should turn away from Joe Biden. Advocates of a universal basic income insist that it shows why we need U.B.I.

The list could go on: critics of capitalism are advocating …, critics of globalization are advocating… and …
8. 4. 2020

Teodor Currentzis, Beethoven 5. Sinfonie, Sony

Ein schwieriger Fall! Während ich bisher jede neue Aufnahme von ihm mit Begeisterung gehört habe, bin ich von dieser irritiert. 
Hier ein Auszug aus der bisher einzigen Rezension, die für mich die Probleme dieser Interpretation gut beschreibt:
«Currentzis greift die Kontraste des langsamen Satzes auf und gibt der martialischen C-Dur-Musik einen harten Schliff – manchmal nimmt sie einen mechanistischen Charakter an -, der die lyrischen Momente stärker hervorhebt, und es gibt ein wirklich schönes, zartes Spiel, besonders gegen Ende des Satzes. Mir gefallen die stacheligen, schrägen Akzente und die proto-mahlerische Gruseligkeit der Rückkehr des Scherzos sehr gut, aber nicht das seltsam freudlose, maschinengewehrartige Rattenspiel der Triosektion. Und obwohl ich den Schwung des Finales, die rhythmische Schnelligkeit und das Fehlen von Bombast schätze, hat es eine Brutalität, die sich am Ende ziemlich faustkämpferisch anfühlt.»
Zitiert von www.gramophone.co.uk, Übersetzung DeepL.

Auf diesem Englischen Blog über klassische Musik ist auch ein hervorragendes Interview mit Currentzis. www.gramophone.co.uk. Er spricht natürlich über Musik, aber interessanter Weise auch über sein Verständnis von Tonaufnahmen und über die typischen Probleme, die Audiophile beschäftigen. Er besitzt sechs verschiedene Stereoanlagen, bevorzugt Röhrenverstärker und zieht analoge Aufnahmen den digitalen vor, hat also eine sehr genaue Vorstellung, wie seine Musik bei uns zu Hause klingen soll. Umso erstaunlicher der Klang dieser CD mit Beethovens 5. im Gegensatz zu allen vorigen Aufnahmen: Dumpf, keine Lebendigkeit, wie in einem schalltoten Raum aufgenommen. Sehr irritierend.
7. 4. 2020